Llucmajor - ein charmantes Stück Mallorca

Als eine der ausgedehntesten Flächengemeinden auf der Insel hat Llucmajors Umgebung ihren Besuchern außerordentlich viel zu bieten. Über fast 50 Kilometer zieht sich die Gemeinde an der Küste entlang und begeistert mit einigen der schönsten Strände und Aussichtspunkten der Insel. Zahlreiche Resorts, Hotelanlagen und idyllisch gelegene Wohnsiedlungen machen den Küstenstreifen zu einem ebenso belebten, wie in weiten Teilen noch ursprünglichen Urlaubsdomizil. Das Highlight der zauberhaften Ferienregion ist jedoch die Stadt selbst. Mit vielen historischen Gebäuden in einem gepflegten und überaus angenehmen Stadtkern ist der Ort ein beliebtes Ausflugsziel in Anschluss an einen langen Strandtag. Berühmt sind auch die mehrmals wöchentlich stattfindenden Märkte mit ihrem breiten und originellem Angebot.



Llucmajor blickt auf eine lange Geschichte zurück

Die Gründung der Stadt geht auf das 13.Jahrhundert zurück. Der Ort wurde zum prachtvollen Sitz von Jaume II, dem ersten König von Mallorca. Dessen Vater hatte zuvor die Insel von den maurischen Besatzern zurückerobert. Auch wenn diese feudale Epoche schon nach knapp einhundert Jahren wieder vorbei war, entwickelte sich das Städtchen durch die Nähe zur Küste zu einem wichtigen Handelsplatz und kam durch die Mandel- und Obstplantagen im Umland zu großem Wohlstand. Noch in den 1950er Jahren waren hier viele mittelständische Unternehmen ansässig, die mit der Herstellung von Lederwaren und kunsthandwerklichen Wohnaccessoires weit über Balearen hinaus bekannt waren. Der dann einsetzende Tourismus hat diese gewachsene Struktur zwar stark verändert, aber der ursprüngliche Charme des Ortes ist weitgehend erhalten geblieben.

Ein Bummel durch eine faszinierende Stadt

Der ideale Ausgangspunkt für einen Stadtbummel ist die Esplanda Jaume III und die daran anschließende Plaça d' Espana. Zahllose Bars, Cafés und Restaurants säumen den Platz und bieten die notwendige Stärkung vor und natürlich auch nach dem Streifzug durch den Ort. Durch ein malerisches Gewirr von engen Straßen und schmalen Gassen führt der Weg zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Auffallend sind die prachtvollen Fassaden von Häusern, die in den Anfangsjahren des 20.Jahrhunderts entstanden und vom damaligen Stilempfinden geprägt sind. Besondere Beachtung verdienen das "Ca Ses Xylole", das Haus der Chilenen, das Café "Columbus" sowie das Antic Hotel España und das Gebäude "La Caixa".

Unmittelbar an der Plaça d' Espana steht das historische Rathaus, das im Frühjahr des Jahres 1884 eröffnet wurde. Die Fassade des vierstöckigen Gebäudes bekommt ihren repräsentativen Charakter durch die aufwändige Beschichtung aus mallorquinischen Marmor, die rund um das Erdgeschoss angebracht wurde. Interessant ist das alte Stadtwappen im vorderen Eingangsbereich, dessen Gestaltung auf das Jahr 1626 zurückgeht.

Das markanteste Bauwerk ist die eindrucksvolle Pfarrkirche Sant Miquel, deren Kirchenschiff und Turm weit über die umliegende Gebäude herausragen. Die Kirche wurde nach fast 80jähriger Bauzeit im Jahr 1784 eingeweiht und verblüfft durch ihren individuellen Mix aus gotischen und klassizistischen Elementen. Besonders lohnenswert ist eine Besichtigung des gewaltigen Innenraums mit seinen ausgewogenen Proportionen und der schlichten, aber eindrucksvollen Wandgestaltung. Die Kirche war in früheren Jahren Grabstätte von Jaume II, dessen Sarkophag heute in der Kathedrale von Palma zu finden ist.

Die "Placeta Sabater", der Platz der Schuhmacher, erinnert an die Zunft dieser geschickten Handwerker, die noch in den 1970er Jahren eine große Bedeutung für die Stadt hatten. Mittelpunkt des kleinen Platzes ist eine detailreich ausgearbeitete Steinplastik des Bildhauers Tomás Vila, in der typische Arbeitsschritte des traditionsreichen Handwerks dargestellt werden.


Beachtung verdienen das Kloster und die Kirche von Sant Bonaventura, die man erst auf den zweiten Blick im Gassengewirr entdeckt. Das Gebäude-Ensemble geht auf das Jahr 1620 zurück und war über lange Jahrhunderte der Wohn-, Arbeits- und Gebetsraum von 20 Franziskaner Mönchen, die sich 13 Wohnzellen teilten. Als alle kirchliche Liegenschaften im Jahr 1836 an den spanischen Staat übertragen wurden, wandelte sich das Kloster in ein Hospiz, wurde auch als Gefängnis genutzt und war zeitweise eine Kaserne der berüchtigten Guardia Civil. Heute ist das Kloster sehr aufwändig restauriert und besonders für seine monochrom gehaltenen Heiligenbilder im Säulengang berühmt. Die dazu verwendete Maltechnik "Grisaille" ist sehr selten und auf der Insel nur in diesem Kloster anzutreffen. Vor dem Gebäude steht das Denkmal der "S'Espigolera", ein Andenken an die lokale Dichterin Maria Antonia Salvá, deren Verse dem ländlichen Leben auf den Balearen gewidmet sind.

Immer wieder ein Höhepunkt: Der Marktplatz Llucmajor